, Galerie Vielfalt Graziano

Der „WECKSTEIN“ - ein Diskussionsangebot

Der „WECKSTEIN“ - ein Diskussionsangebot

Mit seiner Skulptur „WECKSTEIN“ inszeniert der Künstler einen kraftvollen Dialog zwischen Alltagsobjekt und Symbolik.
 
Das Werk kombiniert scheinbar widersprüchliche Materialien: gestapelte, gepresste Getränkedosen thronen wie zufällig auf einem vergoldeten Steinquader, der wiederum mit einer Plakette versehen ist, die Klartext spricht. Zwei hervorstehende Nägel verleihen der Skulptur eine fast totemhafte Wirkung.
Bereits formal zieht die Komposition die Aufmerksamkeit auf sich. Hier begegnen sich Konsumrelikt (die Dosen als Produktabfälle), materielle Wertigkeit (das Gold) und markante Benennung (Plakette „WECKSTEIN“), vereint in einer statischen, doch energetischen Konstellation. Dabei ist das Werk keineswegs beliebig arrangiert – vielmehr scheint jede einzelne Komponente strategisch platziert, um Gegensätze zu thematisieren.
 
Basierend auf den Inhalten der Webseite wird deutlich: Der „WECKSTEIN“ ist kein musealer Selbstzweck, sondern Teil eines Kunstprojekts mit gesellschaftlichem Anliegen. Die Aktion adressiert Abgrenzung, Resilienz und die Kunst, im Alltag Position zu beziehen. Die Verwendung von Dosenabfällen symbolisiert Niedrigschwelligkeit und Alltag – jeder kennt sie, jeder kann zum Erhalt beitragen oder zum Nachdenken angeregt werden. Der goldverzierte Stein zitiert dabei klassische Monumente, ironisiert aber zugleich Wertschätzung, Reichtum und Echtheit im urbanen Raum.
Die Metapher des Wecksteins wird so zum Vermittler zwischen Kunst und sozialer Aktion: Der Stein weckt auf, stört und fordert Stellungnahme. Physisch ist er schwer, im übertragenen Sinn wirkt er anstössig, aufrüttelnd – ein Appell, nicht wegzusehen, was gesellschaftlich „liegen bleibt“. Die markante Form sorgt dafür, dass das Werk im Ausstellungsraum sofort präsent ist und sich als Statement gegen Gleichgültigkeit versteht.
Zusammenfassend gelingt es dieser Arbeit, aktuelle Fragen des öffentlichen Bewusstseins, der Nachhaltigkeit und der Selbstverantwortung künstlerisch zugespitzt zu formulieren.
 
Der „WECKSTEIN“ ist mehr als Objekt – er ist ein Diskussionsangebot im besten Sinne zivilgesellschaftlicher Intervention